Mitten drin statt außen vor

An der Kaywaldschule sind wir mittendrin in vielerlei Hinsicht, nicht erst seit Veröffentlichung der UN-Konvention. Wir legen Wert darauf, dass Teilhabe für alle ermöglicht wird in allen Formen und Variationen, nach dem Motto „Vielfalt leben“.

 

Wir hatten zwei Außenklassen im Raum Eppingen, die den Vorteil haben, dass Lehrer unserer Schule gemeinsam mit den Lehrern aus der allgemeinen Schule unterrichten - das sonderpädagogische Know-how kommt allen zu Gute.

 

Nun haben wir wieder eine Außenklasse an der Langhansschule in Beilstein, die überaus erfolgreich von einem Lehrerteam gemeinsam unterrichtet wird.

 

Mit diesen Schritten hin zu einer inklusiven Pädagogik gewährleisten wir, dass sonderpädagogische Standards erhalten bleiben und unsere Kinder nicht nur im sozialen Bereich profitieren, sondern auch an der Vermittlung von Bildungsinhalten teilhaben können.

Sollten Sie sich auch für inklusive Beschulungsform interessieren, wenden Sie sich bitte an die Schulleitung!

 

 

In der benachbarten Hölderlin-Grundschule hat fast jede Klassenstufe eine Patenklasse bei uns – jede Woche findet gemeinsamer Unterricht statt, entweder in unseren Räumen, in der Grundschule oder gemeinsamen außerunterrichtlichen Zusammenhängen wie Waldtage, Theaterbesuche, Besuch des Wildparks usw. Die kurzen Wege ermöglichen eine intensive, aber auch flexible Zusammenarbeit nun schon über Jahre hinweg.


Februar 2017: Besuch auf dem Krainbachhof

Bauernhoftiere und ihr Nutzen für den Bauern

- Reportage von Schülerinnen und Schülern der Kooperationsklasse unserer G4 an der Hölderlin-Grundschule -

 

Donnerstag ist Kooperationstag. Zusammen mit unserer Kooperationsklasse aus der Kaywaldschule steht heute eine Führung auf dem Krainbachhof auf dem Programm. Als wir am 9.2. um 8.45 Uhr nach einer halbstündigen Fahrt aus dem eigens gecharterten Bus steigen, empfängt uns am Krainbachhof in Massenbachhausen der gute Geruch nach Tieren. Wir werden schon von der Bäuerin Frau Kissinger erwartet, die uns zuerst ein paar Dinge erklärt: Die Hofhunde, die frei herumlaufen, sind Wachhunde und bellen kurz, wenn jemand kommt. Sie dürfen nicht gestreichelt werden. Sie würden sonst nicht mehr wachen und bellen, wenn jeder sie streichelt.

Das Streicheln bei den Ponys und Pferden ist gleich anschließend erlaubt. Sie haben so seidenweiche, warme Nüstern und die meisten haben gar keine Scheu. Es macht Spaß, die Pferdeherde zu beobachten. Wir fragen Frau Kissinger, wer der Chef der Herde ist. Der momentane Chef steht ganz ruhig. Das kleinste Pony fällt auf, ist auch das lebendigste und frechste Pony. Sie heißt „Lotta“ und ist noch ein Fohlen. Vielleicht wird sie mal die Anführerin der Herde? Frau Kissinger kann sich das gut vorstellen: „Das ist Charaktersache und hat nichts mit der Größe zu tun!“

Frau Kissinger animiert die Ponys, sich auszutoben, denn es ist wichtig, dass sie bereits bewegt sind, wenn am Nachmittag Reitstunde ist.

Weil uns allen so kalt ist, springen wir wie die Pferde in der Longierhalle. Der Boden ist weich und besteht aus Sand und Fließschnipseln, die Wasser aufnehmen und so verhindern, dass es nicht so staubt.

Weiter geht’s zu den Kühen. Die recken ihre wuscheligen Köpfe durch die Futterraufen und warten wohl schon auf Futter. Frau Kissinger hat eine riesige Karre voll Heu vorbereitet, die wir verfüttern. Sogar Leckerlis gibt es noch anschließend. Riesige Pellets aus gepressten und getrockneten Zuckerrübenschnitzeln, die tatsächlich auch süß schmecken.

Nun ist auch für uns Vesperzeit. Wir waschen uns alle die Hände im geheizten Wickelraum und anschließend geht es in eine gut eingeheizte Hütte mit Biertischen und ausreichend Platz für uns alle. Manche sitzen sich direkt an die Heizung, so ausgefroren sind wir. Nach dem Vesper erklärt uns Frau Kissinger noch anhand von Lebensmittelverpackungen Wissenswertes rund um die Milch., zum Beispiel, wieviel Liter Milch eine Kuh am Tag produziert und wie die Milchmenge sich verändert. Eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie auch ein Kälbchen bekommt. Das ist für einige von uns neu.

Nun geht’s zu den Hängebauchschweinen. Ganz praktisch an ihnen: Sie fressen den ganzen Biomüll, der tagtäglich anfällt, ohne, dass es ihnen schlecht wird: Der angebissene Keks, Gemüseschalen vom Kochen, die Reste aus der Vesperdose oder aus dem angrenzenden Hofkaffee. Das können auch mal Pommes sein, die ein Kind nicht ganz geschafft hat.

Gleich nebenan sind Ponys, Schafe und Ziegen. Wir dürfen sie mit Apfelschnitzen füttern. Das freche Pony „Lotta“ hat heute keine Lust auf Besucher, will beißen und versucht auszuschlagen. Frau Kissinger bindet es an.

Beim Schaf dürfen alle tief in die Wolle greifen, bis auf die Haut. Frau Kissinger zeigt, fragt nach und erklärt. Geduldig steht das Schaf und scheint sich an den vielen Händen nicht zu stören.

Dann geht’s zu den Hühnern. Diese dürfen gerade nicht aus ihrem Stall ins Freie. Stallpflicht ist behördlich angeordnet wegen der Vogelgrippe. Diese wurde hier nicht wieder aufgehoben, weil es im Umkreis zu viel Geflügel gibt.

Eine Besonderheit ist der zahme Hahn „Bale“. Er wird umringt von vielen Kindern, die ganz nah herankommen und ihn streicheln, ihre Hände unter seine 41° C warmen Flügel stecken, aufgefordert werden, Kamm und Kehllappen anzufassen. Das ist echt spannend, wie sich Kamm und Kehllappen anfühlen. Der Kamm ist hart, wie warmes Gummi. Der Kehllappen warm, weich und wie mit Luft gefüllt. Die Füße erinnern an Dinosaurierfüße. Sind die verwandt? Ja, die einzigen heute noch lebenden Verwandten der riesigen Saurier der Vorzeit sind die Vögel.

Der Höhepunkt der Führung ist der Besuch in einem besonderen Stall mit vielen Hasen, Kaninchen, Ziegen, Kühen mit ihren Kälbchen, einer Muttersau und ihren Ferkeln. Das große Mutterschwein wiegt über 300 Kilo. Jeder darf sich ein Kaninchen oder Meerschweinchen auf den Schoß nehmen und sitzend eine Weile kuscheln.

Dieser Stall darf von den Kindern auch alleine besucht werden, wenn der Hof und das Hofkaffee für Besucher geöffnet ist. Die anderen Stallungen stehen Kindern alleine nicht offen, weil das zu gefährlich wäre, denn es sind auch große Fahrzeuge unterwegs auf dem riesigen Gelände.

Alle Kinder bedanken sich bei Frau Kissinger für ihre spannende Führung. Michael S.: „Der Bauernhof ist sehr groß und schön. Mir hat es gefallen, so viele Tiere zu sehen.“

Teresa R: Am liebsten würde ich noch viel länger bleiben. Vielen Dank an Frau Kissinger und alle anderen, die bewirkt haben, dass wir so einen erlebnisreichen, coolen, interessanten und schönen Ausflug machen durften.

Wir würden gerne wiederkommen, es gäbe noch so viel zu entdecken. Der Bus fährt zufriedene, müde und glückliche Kinder zurück in die Schule. Finanziert wurde der Ausflug von zwei Stellen vom Land Baden-Württemberg: Beantrage wurden Gelder für die Kooperation von Kindern aus der Kaywaldschule zusammen mit den Kindern der Hölderlin-Grundschule. Diese Gelder werden die Buskosten decken. Frau Kissinger erhält eine Aufwandsentschädigung vom Land im Rahmen der Landesinitiative „Lernort Bauernhof“.

 

























Dezember 2016: Hölderlins Gedicht Hälfte des Lebens als fächerübergreifendes Thema

- Durchgeführt im Rahmen der Kooperation der Klassen 4

der Hölderlin-Grundschule und der Kaywaldschule -

 

Bericht von Jonathan B. Klasse 4a am 2.12.2016

 

Im Deutschunterricht sollte jedes Kind aus der 4a das Gedicht von Friedrich Hölderlin auswendig aufsagen. Das Gedicht wurde auch als Schmuckblatt in unser G-Heft geschrieben. Ins G-Heft kommen alle unsere Geschichten und Gedichte. Das Gedicht ist kein einfaches Kindergedicht, aber es hat starke Bilder, die man sich dann doch gut merken kann.

 

Bei einer Herbstwanderung zusammen mit den Kaywaldkindern haben wir das Gedicht unserer Kooperationsklasse vorgetragen.

 

Im Internet haben wir uns einen Profisprecher angehört, wie er das Gedicht aufsagt. Dann kamen wir auf die Idee, selber auch eine Aufnahme, einen Film vom Gedicht zu machen. Wir suchten eine Idee, wie wir die Bilder des Gedichts malen könnten. In einer ersten Kunststunde malten wir Rosen, Seen und Bäume. Als Unterlagen für Rosen und Bäume haben wir Blätter und Zweige verwendet. Die Bilder sind sehr schön geworden. Deshalb wollten wir diese Technik „Frottage“ nochmal mit den Kaywaldkindern machen.

Auf dem Kooperations-Plan stand eine Wanderung in den Kaywald. Weil das Wetter aber zu nass und zu kalt war, haben wir unsere Kooperationsklasse aus der Kaywaldschule zu uns in die Hölderlin-Grundschule eingeladen. Frau Bareis und Frau Abel, die Lehrerin von der Kaywaldschule haben für uns viele Blätter und Zweige gesammelt. Frau Bareis hat aus ihrem Küchenfenster geschaut und hat von diesem Ausblick ein Foto gemacht. So könnte es auch vielleicht Hölderlin gesehen haben. Die Schwäne, der Neckar, das Licht und den Schatten. Frau Bareis gab jeder Kooperationsgruppe eine Kopie als Grundlage für eine Collage. Jede Gruppe nahm sich viele Blätter Papier. Alle Gruppen nahmen sich Zweige mit Blättern, Holzstücke und vieles mehr. Die Gruppen suchten sich ein Teil aus und legten es unter ein Blatt Papier. Dann suchten wir uns Wachsmalstifte in verschiedenen Farben aus und rieben die Strukturen ab. Als wir damit fertig waren, schnitten wir das Gemalte aus und klebten es an die Stelle, wo wir es hin haben wollten. Leider verging die Zeit sehr schnell und die Kaywaldkinder mussten sich verabschieden.

 

Freiarbeit: Michael, Franziska, Madita, Henrik, Sümeyye, Amanda und Lea meldeten sich im Rahmen der Freiarbeit, um gemeinsam zwei Collagen aus den abgeriebenen Strukturen zusammenzukleben.












Tonaufnahmen: Finn wurde von allen aus der Klasse einstimmig ausgewählt, das Gedicht für den Film zu sprechen. Teresa spielte noch ein Geigenstück, weil sonst die Tonspur zu kurz geworden wäre.

Als Bilder für unseren Film wählten wir das schönste Schmuckblatt von Patricia aus dem G-Heft und die zwei Collagen, außerdem das Foto, das als Grundlage für die Collagen diente.

 

Videoschnitt: Im Rahmen der Freiarbeit haben Patricia und ich alle Elemente zu einem Film zusammengeschnitten. Das war ein tolles und aufregendes Projekt. Wir sind gespannt, wie euch der Film gefällt.


Juli 2016: Was ist das Schöne an der Kaywald-Kooperation?

- Reportage von Teresa R., Patricia K., Sümeyye A. und Red am 4.7.2016 -

 

Wir wollen uns heute mal begrüßen und stampfen alle mit den Füßen, schnipsen locker mit dabei und klatschen dann noch 1-2-3. Seit drei Jahren begrüßen sich so singend die Kinder der 3a der Hölderlin-Grundschule und der dritten Klasse der Kaywaldschule zum regelmäßig stattfindenden gemeinsamen Unterricht.


Die ersten beiden Schuljahre hatten die Kinder wöchentlich eine gemeinsame Sportstunde, drei gemeinsame Vormittage verbrachten sie im Wald, waren gemeinsam auf dem Haigern oder im Wildparadies. Dieses Schuljahr wurde das Spektrum der Begegnung erweitert durch gemeinsame theaterpädagogische Übungen, kleine Vorführungen und freies Spiel in den Außenanlagen der Kaywaldschule. Zum Abschluss werden die beiden Klassen noch eine Fahrt zum Wasserspielplatz in den Ziegeleipark nach Heilbronn/ Böckingen unternehmen. Finanziert wird diese Fahrt durch Gelder, die vom Schulamt für solche Begegnungen bereitgestellt werden. Heute treffen sich die Kinder in der eigens für sie reservierten Aula der Kaywaldschule. Zunächst wird alles Wichtige geklärt: Warum stehen so viele Koffer vor der Schule? Wer hat Geburtstag? Warum kommt M. heute mit Krücken? Das Geheimnis um die vielen Koffer ist schnell erklärt. Die Großen in der Kaywaldschule fahren heute ins Schullandheim. Den Geburtstagsthron brauchen wir heute nicht und M. trägt eine Schiene, sie muss ihr Knie schonen. Nach der Begrüßung schauen wir Bilder aus den Aktionen der vergangenen drei Jahre. Das macht Spaß!

S. hat heute einen besonders guten Tag und erzählt ganz viel. So mitteilsam haben wir sie noch nie erlebt. Mit dabei ist auch der Schulhund und schnell ist allen klar, dass auch Hunde besondere Bedürfnisse haben und Hunde mögen es ruhig! Alle sind entspannt und freuen sich über die gemeinsame Zeit. Das Wiedersehen macht Freude.

Was ist das Schöne an der Kaywald-Kooperation?

 

Patricia K.: Ich finde es sehr schön, wie wir uns gemeinsam begrüßen.

 

Sümeyye A.: Das Unterstützen der Kaywaldkinder macht mir Freude und wenn wir gemeinsam spielen.

 

Teresa R.: Wir haben viel Spaß miteinander und wir freuen uns aufeinander- und wir lernen voneinander: Zum Beispiel Lieder und was man miteinander machen kann. Es ist spannend für uns, wie die Kaywaldkinder reagieren. Wir lernen mit ihnen zu spielen und uns mit ihnen zu verständigen. Für uns ist es schön zu merken, wie sie sich freuen.

 

Patricia K.: Es ist auch schön, wenn wir ihnen was beibringen können. Zum Beispiel, wie man einen Ball wirft oder dass man im Stuhlkreis ruhig sitzen muss.

 



Edith Abel, Klassenlehrerin der Kaywaldkinder und Gabriele Bareis, Klassenlehrerin der Hölderlin-Grundschule freuen sich über die Begegnungen und gemeinsamen Erfahrungen der Kinder. Sümeyye vermisst K. und fragt, warum er heute fehlt. Es geht ihm schon seit einiger Zeit nicht so gut. Wir denken an ihn und wünschen gute Besserung! Krankheit, Leiden und sogar das Sterben von Kaywaldkindern haben die Kinder der Hölderlin-Grundschule in diesen drei Jahren erlebt. Es gehört dazu und die Kinder stehen oft an dem Andachtsort, der für die verstorbenen Mitschüler eingerichtet wurde. Die Kooperation soll im nächsten Schuljahr weitergeführt werden. Wir sind alle gespannt auf die kommenden Projekte. Die Klassenlehrerinnen haben schon einige Ideen. Wir freuen uns auf das kommende Schuljahr!





„Die Kaywaldschule ist eine absolut vorbildliche Schule, die Kindern und Jugendlichen im Landkreis Heilbronn Bildung und Heimat bietet“,...


 

...stellte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch

gleich zu Beginn des Fachgesprächs „Inklusion“ fest.

Am Gespräch nahmen neben der Sonderschulrektorin Barbara Wittmann

und ihrer Stellvertreterin Claudia Bay auch der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Frank Braun und der JU-Vorsitzende Steffen Dörr teil.

 

Nachdem wir uns bereits mit Herrn Landtagsabgeordneten Ingo Rust sowie mit Herrn Thomas Poreski, Bildungssprecher der Grünen Fraktion im Landtag über das Thema „Inklusion“ in einem Fachgespräch ausgetauscht hatten, besuchte uns nun Frau Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch.

 

Unserer Schule ist es ein Anliegen mit vielen Gruppierungen über das Thema „Inklusion“ ins Gespräch zu kommen und auch die wertvolle Arbeit, die an unserer gut ausgestatteten, an den Bedürfnissen unserer Schülerschaft orientierten Einrichtung geleistet wird, transparent zu machen.

 

Nachdem nun auch die CDU im Landtag ein Eckpunktepapier zum Thema „Inklusion“ vorgelegt hat, konnten wir in dem Fachgespräch mit Frau Staatsekretärin auch unsere Positionen, Ideen aber auch Befürchtungen äußern.

 

Wir bedanken uns für die Offenheit und die wohlwollende Begegnung!

 

 


21. Dezember: Weihnachtsfeier

10:00 Uhr, Aula;

Unterrichtsschluss um 11:15 Uhr

 

 

Weihnachtsferien

22.12.2017 bis 07.01.2018

 

 

15. Januar 2018: Thementag "Internet, Smartphone und Co."